13.10.2008

Solar-Diebe entdecken die Region

Vom Dach einer Pfaffenhofener Firma haben Diebe 24 Photovoltaikmodule fein säuberlich abmontiert. An Nachrichten über Schrottdiebe, die Gullideckel oder Dachrinnen wegschaffen, hat man sich fast schon gewöhnt. Der Fall, dass Unbekannte jüngst vom Dach einer Pfaffenhofener Firma 24 Photovoltaikmodule fein säuberlich abmontierten, rüttelt Solarstromfans auf.

Ist jetzt sogar die Solaranlage auf dem heimischen Dach vor Langfingern nicht mehr sicher?„Ich war von den Socken“, beschreibt Dirk Hartmann seine Gefühle, als er vom dreisten Diebstahl vom hinteren Dach des Gewerbeparks Pfaffenhofen erfuhr. Der Geschäftsführer der Eppinger Wohn- und Industriebau Hartmann hat „keine Ahnung“, wie die Diebe aufs Dach kamen. „Das Dach ist ziemlich hoch“, Traufhöhe sechs Meter, er nimmt an, dass da Profis am Werk waren, die die Module ohne Gewalt „sauber abgebaut“ haben.

Seit dem Frühjahr thront die 1000-Quadratmeter-Photovoltaikanlage auf den Dächern des Gewerbeparks. Rund 100.000 Kilowattstunden Strom werden pro Jahr ins Netz eingespeist. Nach zwölf Jahren soll die Anlage die eigenen Kosten eingespielt haben. „Da ist es natürlich schlecht, wenn gleich Teile geklaut Die Webapotheke werden“, ärgert sich Hartmann Immerhin: Ein erster Hinweis ergab, dass Diebstahl offenbar in der Versicherung eingeschlossen ist.

Fachkundige Täter:

Rund fünf Kilo wiegen die dünnen, 1,20 Meter langen Solarmodule, die die Diebe vorsichtig abmontierten. Wie sie vorgingen und wie sie die 24 Platten abtransportierten, weiß die Polizei noch nicht. Aber: „Da sind Fachkunde und entsprechende Werkzeuge nötig“, ist Polizeisprecher Peter Lechner überzeugt. Ob Kriminelle jetzt verstärkt Solarmodule als lukrative Hehlerware entdecken? „Es ist bei uns zum Glück kein Massendelikt“, verweist Lechner auf maximal zwei Fälle in der Vergangenheit.

In anderen Regionen haben Täter schon öfter zugeschlagen. Die Sendung Aktenzeichen „XY“ zeigte im Mai Fälle aus dem Emsland, wo gut organisierte Täter eine Vielzahl von Solarplatten von Dächern auf Landwirtschaftsgebäuden stahlen. Auf Diebesbanden, die seit 2006 Photovoltaikanlagen zum Ziel haben, verweist das Bayerische Landeskriminalamt und gibt in einem Internetkodument Sicherungsempfehlungen.Wie sichern?„Es sind mehr Meldungen über Diebstähle in den Medien als in den Jahren zuvor“, bestätigt Sebastian Fasbender den Trend, der Sprecher des Bundesverbands Solarwirtschaft. Er verweist auf technische Möglichkeiten, die Anlagen diebstahlsicherer zu machen, zum Beispiel durch spezielle Sicherheitsschrauben, Einbruchmeldeanlagen mit Kamera oder Anlagemonitoring, bei dem ein Ertragseinbruch der Anlage gleich Alarm auslöst.

Dirk Hartmann ist nach dem Solarklau jedenfalls ernüchtert. „Heute ist gar nichts mehr sicher“, sagt er. Kürzlich hätten bei seinem Nachbarn acht Pflanzen einer neu gepflanzten Ligusterhecke gefehlt. „Das greift um sich.“

von Carsten Friese
Heilbronner Stimme

1 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Interresant hab mal nen Schönen Blog über ein Solarauto von Q-Cells erstellt
http://solar-auto.blogspot.com/

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Horst Kress
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